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ändy
Member since Dec 2010
20 posts
Subject: [Prüfungsprotokoll] DES
Man man man, das war vielleicht ne schwere Geburt. Hatte gerade eben Prüfung und meine Taktik ging würde ich mal sagen nicht ganz auf. ;)

Prüfer: Prof. Weigel
Beisitzer: Jasmin Walk

Ich konnte doch noch zwei Prüfungsprotokolle auftreiben und wusste daher, dass man am Anfang ein Thema wählen kann. Ich hatte mir überlegt die Filter zu nehmen, weil ich mir dachte, danach wird er sicher noch was zu DAC und ADC fragen wollen und damit muss ich nix zu Prozessoren und den anderen Krempel erzählen. Was war im endeffekt auch so. Nur dachte ich eigentlich dass ich mich mit den Filtern schon auskenne. Irgendwie habe ich aber die ganze Zeit versucht was zu erklären, nur nicht das, was er hören wollte. Ich weiß bis jetzt noch nicht was er gmeint hat. Er hat nämlich nach IIR Filtern gefragt, prinzipieller Aufbau. Ich hab so ein Ding mit Rückkopplung gemalt, erster Ordnung, als Beispiel. Ja ok, er wollte es dann aber allgemeiner haben, die Übertragungsfunktion. Ich hab dann gesagt es gibt einen nicht-rekursiven Teil und einen rekursiven. Er wollte es genauer, mit Polen und Nullstellen. Ich: Im Nenner Produkt der Polstellen, im Zähler Produkt der Nullstellen. Das hat ihm auch nicht gereicht, wollte er anscheinend nicht hören. Er hat so geredet, als wäre das mit dem Produkt falsch. Dann hab ich erklärt, dass man es auch als Polynom schreiben kann (die Produkte sind ja nix anderes als die Polynome Faktorisiert). Ja stimmt schon hat er gesagt, aber allgemein. Dann hab ich mir der z-Transformation angefangen und dann hat er mit was anderem weiter gemacht. Ich denke er wollte die Formel (5.21) auf Seite 126 wissen. Hab ich mir aber ehrlich gesagt nicht gemerkt, weil ich dachte er fragt eigentlich keine Formeln. Und im Endeffekt ist das ja das gleiche wie die Darstellung mit den Pol- und Nullstellen. Naja, was solls.
Dann wollte er wissen wie man die entwirft. Ich hab gesagt, dass man einen schon vorhandenen analogen Filter mit der bilinearen Transformation ins digitale transformiert. Dann wollte er wissen, wie man auf das analoge Filter kommt. Ich hab erstmal nix gewusst, haben wir ja irgendwie auch net wirklich gemacht. Dann hat er gemeint, naja, man muss ja irgendwas vorgeben. Ich: Betragsfrequenzgang. Ja zum Beispiel. Ok, puh.
FIR Filter: allgemeine Struktur --> hingemalt. Was kann man machen für effizientere Implementierung. Ich hab gesagt, man kann die transponierte Struktur nehmen. Er meinte, dabei gewinnt man nix. Okay, dann hab ich gesagt, man kann das Filter linearphasig machen und dann die Symmetrie ausnutzen. Da hat er dann glaub ich auch gesagt, dass man nix gewinnt, weil man keine Addierer oder Multiplizierer einspart. Ich hab dann gesagt, dass man schon Multiplizierer sparen kann, weil die Gewichtungsfaktoren doppelt vorkommen. Ja ok. Was kann man noch machen für Effizienz? Wusste ich nix mehr. Er meinte dann, den Reduced Adder Graph, ob ich da was zu sagen kann. Ich dachte mir: wtf, keine Ahnung. Hab dann gesagt ich weiß es nicht mehr, mir is nix mehr eingefallen.

Nächstes Thema: ADCs. Erstmal welche Auflösung hat ein N Bit ADC. Antwort: N. Hm, ja, wie groß ist das LSB. Antwort: V_REF durch 2 hoch N. Ok. Kennlinie eines 3 Bit ADC malen. Die Kurve des Quantisierungsfehlers kennen Sie ja sicher auch, dass das nur von -LSB/2 bis +LSB/2 geht. Ich: ja, soll ichs malen. Er: nein, ich stelle noch ein paar Fragen. Wie kommt man auf den Effektivwert des Quantisierungsfehlers, bzw auf die Rauschleistung? Ich hab gesagt LSB quadrat durch 12. Aber wie kommt man drauf? Ich: Integration über das Betragsquadrat der Quantisierungsfehlers. Er hat gesagt das stimmt so nicht. Ich hab aber gemeint, dass wir es in der Übung doch so gemacht haben und Jasmin hat das auch bestätigt, dann war es ok. Er wollte was mit der Wahrscheinlichkeitsdichte wissen, ist aber nicht weiter drauf eingegangen. Dann wollte er noch die SNR Formel wissen und wie man auf das ENOB kommt und warum das SNR in Realität kleiner ist als ideal (Rauschen). Dann noch INL und DNL erklären. Wie kann man das DNL messen? --> Input-Output-Test. Ich habs erklärt, dann hat er so getan als hätte er es nicht verstanden und es war falsch, ich solls hinmalen hate er gesagt.
Dann sollte ich einen ADC meiner Wahl hinmalen und erklären. Hab dann erstmal gesagt welche es gibt und dann den langsamen single slope hingemalt und erklärt. Er wollte dann wissen wie genau man damit is. Ich dachte mir: ????? Er hats dann verraten: Das letzt Bit kann man nicht mehr Auflösen oder so anscheinend, deshalb fehlt einem ein LSB. Dann gibts noch dual slope, was is da besser?
Dann natürlich Delta Sigma Umsetzer. Ich soll mal so einen Delta Sigma Modulator malen, ganz einfach, mit 1 Bit. Hab dann halt einfach das Ding gemalt mit ADC und DAC. Er wollte aber eigentlich was anderes glaub ich, mit nem Komparator, weil ja nur 1 Bit. War aber so auch ok. Was ist der Vorteil davon? --> Überabtastung und noise shaping. Nyquist Theorem. Dann wollte er das genau erklärt haben: Wenn man nen Sinus mit 1 kHz anlegt und 1000fach überabtastet. Was muss man überhaupt takten? --> Quantisierer, mit 1 MHz. Ausgangssignal malen.
Dann wollte er noch kurz was zum seriellen DAC wissen. Welchen haben wir gemacht? Wie funktionierts? Ich hab angefangen hinzumalen. Da hat er mir dann reingeredet wo noch ein Schalter fehlt, obwohl noch so einiges gefehlt hat. Hat es mich dann im Endeffekt aber doch nicht fertig zeichnen lassen (Zeit war eh um). Das Timing Diagramm können Sie bestimmt auch. Und dass es so und so funktioniert hat er dann auch gesagt, ohne es mich zu fragen. (??)

Im Endeffekt empfand ich es jetzt nich als so angenehme Atmosphäre wie es in den alten Protokollen beschrieben wurde. Mein Start mit den Filtern ging irgendwie nach hinten los. Er hat insgesamt öfter einfach mal gezweifelt oder gesagt, dass was nicht stimmt, obwohl es schon zumindest einigermaßen richtig war. Außerdem hat er manchal Zeugs gefragt wo ich absolut Null Plan hatte, ich teilweise die Namen nicht kannte, weil es aus AES war. Er hat dann irgendwann gefragt, ob ich nicht in AES war, was ich ja nicht war. Er war zwar der Meinung, dass man das schon gehört haben muss wenn man Studienrichtung Informationstechnik macht, aber hat es dann schon berücksichtigt. War ja schließlich DES und nicht AES Prüfung. ;)
Notengebung war im Endeffekt aber trotzdem echt okay.
ändy
Member since Dec 2010
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Sorry falls das Protokoll manchen zu lang sein sollte, aber das musste jetzt mal gesagt werden. ;)

Hier mal noch die beiden alten Protokolle die ich auftreiben konnte:

Prüfer: Prof. Weigel
Beisitzer: Thomas Ußmüller

sehr lockere und angenehme Prüfungsatmosphäre
Prof. Weigel fragt erst wo man besonders stark ist, mit dem Thema fängt er dann an.
ich habe Prozessoren und digitale Filter gewählt - er fängt mit Prozessoren an.
- wie ist ein Microprozessor prinzipiell aufgebaut, wie funktioniert er grob -> von Neumann Architektur
- was ist Pipelining, wo liegt der Nutzen
- wie ist das bei DLX aufgebaut, welche Stufen, was bedeuten diese
- was ist ein Hazard, wie wird er gelöst, welche Strategien gibt es diesen zu begegnen
dann hatte er trotz Schwerpunkt nicht mehr viel Lust darauf und wollte weiter zu den digitalen Filtern
- was ist das allgemein, wie arbeiten sie
- was ist FIR, was IIR, wo liegen die Vor- und Nachteile
- wie entwirft man Filter, wie FIR, wie IIR
- wie sieht denn der Frequenzgang eines Butterworth- oder Cauer-Filters aus
danach noch weiter zu Wandlern
- erst zum SA-ADC
- Schaltbild, Funktionsweise, Vorbelegung der Register
- dann zu seinem geschätzten Delta-Sigma
- Schaltbild
- wie funktioniert dieser, was ist daran besonders
- was nutzt das Oversampling
- wie sieht das überabgetastete Ausgangssignal der Delta-Sigma-Modulation aus -> Beispiel mit sinus am Eingang
- wass macht man mit dieser -> Moving Average Filterung, Decimation
- was ist Noise Shaping, wie und warum funktioniert das
- noch ein Sprung zu DACs, speziell zum charge-redistribution serial DAC
- Schaltbild und Funktionsweise
- grober Ablauf über ein Datenwort -> Anfang mit LSB, taktweise Umlagerung und Halbierung der Ladung
insgesamt wurde angenehm auf Verständnis gefragt
es kam keine einzige Formel zu rezitieren vor sondern eher die Zusammenhänge was warum und wie funktioniert
ihm scheinen Antworten in Prosa statt auswendig gelernter Bildchen zu gefallen
etwas überrascht hat mich die Frage nach den Betragsfrequenzgängen der Filter (Cauer undButterworth)
sowas setzt er wohl aus der E-Technik als selbstverständlich voraus
nachdem er gemerkt hat, dass ich als IuKler nicht viel mit analoger Schaltungstechnik zu tun hab
hat er den Punkt aber dann mit einem kleinen 'f' abgehakt und ist nicht weiter drauf herumgeritten

So Leute, gestern abgelegt, mündlich als Wahlfach; einige Infos und Tipps:
- wählt als Schwerpunkt ein Thema in dem ihr euch wikrlich auskennt; er steigt gerne mit
Detailfragen ein. Ich habe als erstes FPGAs "gewählt" und dann war seine Frage: "Jetzt schrauben
sie mal so einen FPGA von Xillinx auf, was finden sie jetzt da?" - mit der Antwort das man das
nicht aufschrauben kann, gab er sich nicht ganz zufrieden...
- Wenn Ihr eueren Schwerpunkt wählt, dann wählt das, wo ihr wirklich gut seit, er fragt nicht
unbedingt Oberflächlich sondern steigt gleich in die Tiefe ein. Solltet ihr ADCs oder DACs wählen
wird er kaum etwas zu PLDs und Filtern fragen. Über Pipelining und die erfundene DLXArchitektur
fragt er aber gerne. Erwähnt nicht ein Stichwort, wenn er auf etwas anderes raus wollt,
er greift alle auf...
- er stellt die Fragen manchmal etwas so, dass man nicht sofort versteht, was er will. Dabei ist dann
meist die einfachste Antwort ausreichend. Redet viel, was euch einfach dazu einfällt. Er stellt die
Fragen glaube ich absichtlich etwas ungenau, um die Möglichkeit zu geben so darauf zu antworten
wie man es kann.
- Wenn ihm etwas fehlt oder nicht passt bohrt er gerne nach, den ein oder anderen Fachbegriff hätte
er schon gerne mehr gehört, wobei es trotzdem im großen und ganzen um Verständnis geht.
Formeln will er eigentlich nicht wissen (einzige Frage war mal, wie man die ENOBs berechnen
kann, wollte dann aber auch wissen warum was dort steht.)
- Prinzipiell trotzdem eine sehr lockere Atmosphäre. Er hat immer mal wieder eine Witz gemacht
und hat auch kein Problem wenn man mal erst etwas ironisch antwortet. Bewertung auch sehr fair,
ich hätte mir eine wesentlich andere Note gegeben.
Ein paar Themen/Fragen konkret:
- Woraus beseteht ein FPGA? -> Interconnecting, Basic Cells, ... beschreiben. Unterschiede
zwischen den verschiedenen Methoden, wie funtkioniert SRAM?
- Prozesser, was ist Pipelining und warum macht man es? Was sind die 5 Stufen von Pipelining (am
beispiel dieser DLX-Architektur)? Was hat es mit LOAD/STORE auf sich?
- ADCs: Wägeverfahren, was ist das? Am besten hier zunächst Serielles und PAralleles Verfahren
kurz erklären und dann darauf kommen, dass das ganze dazwischen liegt... grobe Schaltung dazu
aufzeichnen.
- ADCs: wie kann man tatsächliches SNR herausfinden. (z.B. sin -> ADC -> FFT) Warum ist das
tatsächliche SNR schlechter als das theoretische?
- ADCs: der geliebte Delta-Sigma-Wandler natürlich, was passiert wenn man einen Sinus einspeißt?
(am besten aufzeichnen)
- ADCs: Delta-Sigma, wodurch gibt es Probleme bei höheren Ordnungen? Wie wirken sich höhere
Ordnungen auf die Auflösung aus?
Ja, das waren so die Themen im groben. Keine Garantie, sicher eine Detailfrage vergessen.
Wie bereits gesagt, im ganzen sehr fair, gut machbar und auch eine sehr lockere
Prüfungsatmosphäre. Er wünscht sich, dass man viel selber erzählt und er am besten kaum Fragen
stellen muss. Nur weil er ein paar mal etwas nachfragen musste hat er am Ende gemeint, es ist
schade, dass er mri alles aus der Nase ziehen musste... :-D
Viel Erfolg!

Viel Erfolg!
Robert Herre
Member since Oct 2010
91 posts
"What we've got here is failure to communicate."

ich schreib die tage noch was dazu, aber nur so viel, lest diesen bericht als warnendes beispiel..

danke auf jeden fall fürs aufschreiben, ändy!
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